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Jahresbericht des Vorsitzenden 2012

 

Andreas Völker, 26.Februar 2013

 

Liebe Mitglieder der SVAOe.

Zur Jahreshauptversammlung im 108. Jahr seit Gründung unserer Vereinigung heiße ich Sie recht herzlich willkommen. Ich möchte besonders die in den letzten Monaten neu hinzugekommenen Mitglieder begrüßen und hoffe, es sind viele von ihnen heute Abend anwesend.

Wie im Vorjahr lässt auch heute unser Commodore Jürgen Schaper herzlich grüßen. Seit einer Woche ist er wieder auf seiner Ferieninsel Madeira - aber, wie wir ihn kennen, in Gedanken bei dieser Versammlung.

 

Zu dieser Jahreshauptversammlung wurde form- und fristgerecht eingeladen - die Versammlung ist beschlussfähig.

Zu Beginn möchte ich unserer im vergangenen Jahr verstorbenen Mitglieder gedenken und bitte Sie, sich dazu von ihren Plätzen zu erheben.

 

Im Jahre 2012 sind verstorben

 

Dr. Jens Brügge, am 06.01.2012 mit  84 Jahren, Mitglied seit 1980

Werner Herzog, am 21.01.2012, mit 98 Jahren,   Mitglied seit 1948 , Ehrenmitglied und passionierter Modellbootsegler. Zum Tode des Vaters schreibt uns sein Sohn Ulrich Herzog: „Vor dem Krieg beschaffte er sich mit zwei Freunden eine Jolle und segelt elbauf elbab, bis sie bei einem Fliegerangriff in den Grund gebohrt wurde. Durch seinen Schwiegervater Adolf de Bruycker kam er zum Modellsegeln. Das hat er wirklich mit Leidenschaft betrieben, und bis zuletzt war die SVAOe für ihn ein ganz wichtiger Ankerpunkt. Auch für mich sind die Regatten auf der Elbe, der Alster, der Kieler Förde und sogar auf dem Stadtparksee kostbare Kindheitserinnerungen. Zwar bin ich bestenfalls Mitsegler, aber sollte ich mal mehr Zeit auf dem Wasser zubringen, dann nur mit schwarzgelbem Stander.“

Die Familie Herzog hat zahlreiche Dokumente, Pokale und drei Modellyachten aus dem Nachlass von Werner Herzog der SVAOe vermacht. Dafür möchten wir auch an dieser Stelle noch einmal danken. Übrigens, mehr über das Vermächtnis von Werner Herzog finden Sie im Bericht unserer Archiv-Abteilung.

Gerhard Jürgen Krause, am 25.01.2012 mit 81 Jahren, Mitglied seit 1969 und aktiver Modellbootsegler

Andre Czaya, am 27.08.2012 mit 55 Jahren, Mitglied seit 2007, Eigner der SY „Abemama“

Dr. Wulf Hein, am 8.11.2012 mit 88 Jahren, Mitglied seit 1981, Eigner der SY „Dicki“

Rolf Bunkus, am 20.11.2012 mit 78 Jahren, Mitglied seit 1973. Er leitete lange Jahre den Festausschuss und so mancher von Ihnen erinnert sich noch mit Vergnügen an die akribisch vorbereiteten Reisen ins In- und Ausland und die Sommer-Ralleys auf der Ostsee. Mit seiner durchaus nicht immer zurückhaltenden, aber immer bescheidenen und humorvollen Art wird Rolf uns in Erinnerung bleiben. Er hatte verfügt, im Familienkreise bestattet zu werden. Nachrufe wünschte er sich nicht. Er wird es uns aber nachsehen, dass wir heute Abend die Erinnerung an diesen besonderen Menschen noch einmal wachrufen.

Marc Peterson, im Sommer 2012 mit 45 Jahren, Mitglied seit 1998, Eigner des Jollenkreuzers "Mon Cherie"

Joachim Klinzing, im Herbst 2012 mit 62 Jahren, Mitglied seit 1971, Eigner der SY „Laat Lammetjie“. Er war einer der ersten, die ihr Schiff in unserem Bojenfeld in Eckernförde angebunden haben.

 

Ich danke Ihnen.

 

Wie es sich gehört: zunächst ein wenig Statistik zum abgelaufenen Jahr:

Unser Mitgliederbestand ist aufgrund etlicher Austritte leicht gesunken.

Trotz unserer intensiven Nachwuchs-Arbeit und auch unserer Bemühungen, neue Erwachsene an den Verein zu binden, ist die Mitglieder-Entwicklung rückläufig gewesen. Es zeigt sich, dass auch wir uns dem Trend rückläufiger Mitgliederzahlen nicht ganz entziehen konnten. Diese Entwicklung ist in fast allen Segelvereinen zu beobachten. Die Gründe liegen auf der Hand:

Immer weniger Kinder und Jugendliche treten Segelvereinen bei. Die schier unendlichen Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung, die sich jungen Menschen bieten, stellen ein großes Konkurrenzangebot gegenüber dem Segeln dar. Das ist das eine. Viel schwieriger ist es jedoch, Kinder, die nicht schon von ihrer Familie "infiziert" wurden, überhaupt erst zum Segeln zu bringen. Die schulischen Rahmenbedingungen verhindern vielfach, sich in einem so zeitintensiven Sport zu engagieren. Selbst im System von Schulkooperationen - auch die SVAOe hat in dieser Hinsicht Versuche durchgeführt - bleibt den Kindern nur wenig Zeit zum Segeln selbst. Da ist es schon attraktiver, mal eben auf den Fußball-, Hockey-oder Tennisplatz zu gehen und gleich los zu spielen.

Aber auch die Einstiegs-Situation für Erwachsene in den Yachtsport hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert.

Der Zwang zu immer mehr Mobilität und Flexibilität im Arbeitsleben zwingt junge und ältere Arbeitnehmer in zunehmendem Maße dazu, auf die Investition in eine schwimmende "Immobilie", wie es ein Schiff nun einmal ist, zu verzichten. Und wer kein Schiff hat, braucht in der Regel auch keinen Verein, der die Suche nach einem Liegeplatz erleichtern könnte - früher ein oft und gern gehörtes Argument für den Beitritt in einen Segelclub. -

 

Alle diese Zustandsbeschreibungen sollen nun keineswegs den Eindruck erwecken, der Vorstand würde angesichts der schwieriger werdenden Mitgliederentwicklung in Depression oder gar in Resignation verfallen. Dazu gibt es auch überhaupt keinen Grund. Dank Ihrer, der Mitglieder Hilfe und der vieler Spender gelingt es der SVAOe immer wieder, die Vereinsboote in Schuss zu halten und bei Bedarf durch neue zu ergänzen. Das erhält die Attraktivität des Clubs nach außen - aber auch nach innen. Ein gut gepflegter Bootsbestand zeigt unseren ehrenamtlichen Trainern, dass wir Ihre Arbeit wertschätzen. Und den Trainern ihrerseits liegt natürlich sehr viel daran, die Kinder und Jugendlichen mit wettbewerbsfähigen Booten aufs Wasser zu schicken.

Und nicht nur die: auch die Erwachsenen ohne eigenes Schiff werden von der SVAOe zum und aufs Wasser gebracht. Hier finden sich Einsteiger zusammen, die unter der Anleitung erfahrener Skipper auf Eignerschiffen ihre ersten Seetörns erleben. Mein Dank gilt hier besonders Heiko Tornow und Peter Zösch, die im vergangenen Jahr ihre Yachten für unsere jungen und älteren Mitglieder zur Verfügung gestellt haben. Ich hoffe sehr, dass diese Beispiele Schule machen und es uns gelingen möge, Törns dieser Art noch häufiger durchzuführen. Dass es hierfür Bedarf gibt, zeigen auch die Anfragen Jugendlicher, von denen einige jetzt unseren Kuttern entwachsen und die sich wünschen, auch auf Dickschiffen zu segeln.

Noch ein Hinweis zur Nachwuchsförderung und Qualifikation unserer Mitglieder. Lesen Sie doch dazu einmal den Tätigkeitsbericht unseres Obmannes für Navigation und Fahrtensegeln. Aus vielen Gesprächen mit  Vertretern anderer Hamburger Vereine weiß ich, dass die SVAOe im Bereich der Ausbildung Spitze ist. Es wird alles angeboten: vom Sportsegelschein bis hin zum Sporthochseeschifferschein, Funkkurse, Sicherheits-, Brandbekämpfungs- und Ersthelfer-Lehrgänge. Und das nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis bis hin zur Prüfung auf Alster und Elbe. Kein anderer Verein in Hamburg bietet eine derartige Bandbreite an Kursen, wie wir es leisten. Darauf können wir mit Recht stolz sein.

 

Im vergangenen Jahr hat der Vorstand sieben mal „in voller Besetzung“ getagt. Nicht gerechnet die Sitzungen in Ausschüssen im kleinen Kreise.

Regelmäßige Themen unter Mitarbeit der Obleute waren z.B.

  • die Instandhaltung unseres Clubhauses,
  • die Planung und Vorbereitung von Veranstaltungen
  • oder auch die Planung der Sommertour unserer Kutter

Auf der Anlage im Jollenhafen Alsterufer hat es einen Wachwechsel gegeben. Daniel Rüter hat seine langjährige Tätigkeit beendet und die Aufgaben der Jollen-Abteilung an Johann-Peter Huhn übergeben. Johann hat sich bestens eingearbeitet und die Kontinuität in der Abteilung sichergestellt. Leider ist Johann heute Abend verhindert und kann nicht hier sein.

Wenn ich jetzt die Arbeit einzelner Ausschüsse nicht ausdrücklich erwähne, so ist das keine Nachlässigkeit, sondern es läuft einfach überall wie geschmiert.  Sei es die Arbeit des Regatta- Ausschusses mit unserem Wettfahrtleiter-Team, die J 24 Gruppe, die Modellboot-Abteilung, die Motorboot-Abteilung, die Anlage in Eckernförde, der Festausschuss,  die Archiv-Gruppe, oder die Verwaltung unseres Vereinsbusses - es funktioniert einfach.

 

Alles zur Arbeit der Ausschüsse finden Sie im Übrigen ausführlich in der Einladung zu dieser Hauptversammlung.

Auch die Weiterentwicklung unserer Internet-Präsenz geht voran. Neu zur Arbeitsgruppe dazugekommen sind Olaf Fleischhauer und Klaus Lorenzen. Sie kümmern sich speziell um unser Bild-Archiv auf der Internetseite.

 

Im Herbst werden wir das 125. Jubiläum der Modellbootabteilung begehen. Es ist noch zu früh, um über die Planungen der Arbeitsgruppe zu sprechen. Über deren Arbeit aber werden wir im laufenden Jahr berichten.

 

Natürlich war auch im vergangenen Jahr die Situation im Yachthafen Wedel ein häufig besprochenes Thema. Der Vorstand und unser Obmann Michael Albrecht haben in diese Angelegenheit viel Zeit investiert und es scheint mir, dass sich der Aufwand gelohnt hat.  Lesen Sie Michael Albrechts Bericht. Den haben Sie heute Abend als separates Blatt erhalten. Ich bitte um Entschuldigung dafür, dass wir irrtümlich im Einladungs-Heft den Bericht des Jahres 2011 abgedruckt haben.

Bitte beachten Sie unter Punkt 3 Michael Albrechts Apell. Da werden noch zwei Freiwillige für den Winterliegerausschuss gesucht. Bitte melden Sie sich bei Michael und machen Sie mit im Yachthafen.

 

Alles was scheinbar selbstverständlich passiert, wird auch als selbstverständlich wahrgenommen. Genauso verhält es sich auch mit unseren SVAOe-Nachrichten. Sie erscheinen alle zwei Monate - pünktlich, wie aus dem Nichts. Aber überlegen Sie bitte einmal, welche wochenlange Arbeit in jedem einzelnen Heft steckt. Jürgen Schaper und Norbert Suxdorf machen den Job seit Jahrzehnten. Aber für JCS ist das natürlich kein Job, sondern eine Herzensangelegenheit und er macht keinen Hehl daraus, dass ihm die Zusammenstellung der Nachrichten zunehmend schwerer fällt. Darum mein Appell an alle SVAOeer mit journalistischen Neigungen: melden Sie sich bei Jürgen Schaper oder bei mir, wenn Sie sich für diese Arbeit interessieren. Unabhängig davon sind natürlich alle Artikel und Berichte, die Sie uns über Clubveranstaltungen, Regatten, sonstige Ausfahrten, Urlaubsreisen usw. senden, erwünscht.

 

Im Frühjahr 2012 ist unser Mitglied Gerd Lau als langjähriger 2. Vorsitzender und Syndikus des Hamburger Segler-Verbandes zurückgetreten. Um die Präsenz der SVAOe in diesem Gremium zu gewährleisten, habe ich mich bereit erklärt, die Funktion des 2. Vorsitzender zu übernehmen. Das Amt des Syndikus hat Inken Lippek übernommen. Somit ist die SVAOe im Hamburger Segler-Verband mit jetzt 4 Personen (Marcus und JCS ebenfalls dabei) weiterhin stark vertreten.

 

Und das ist auch gut so. Die Arbeit im Verband bietet mehr noch als die Vorstandstätigkeit im Verein die Möglichkeit,  in Gremien Segler-Interessen wahrzunehmen. In Behördengesprächen, mit Repräsentanten anderer Vereine und im DSV. Immer mit dem Ziel, weiterhin so gut wie bisher in der Segelszene vernetzt zu sein und die traditionell guten Kontakte zu pflegen.

 

Sie werden sich vielleicht erinnern:  Auf der letzten Hauptversammlung kündigte ich an, dass wir uns wieder um einen jungen Mann bemühen wollten, der bei uns sein Freiwilliges Soziales Jahr ableistet. Mit Marc-Anton Wilke haben wir dann einen geeigneten Bewerber gefunden, der seinen Dienst am 1. August antrat.  Viele von Ihnen haben Marc-Anton in der Zwischenzeit kennen gelernt. Nach einer Einarbeitungszeit konnte er seinen Härtetest im Dezember bestehen, als er Sabine Lyssewski in ihrem dreiwöchigen Urlaub vertreten musste.  Aber nicht nur die Büroarbeit meisterte da souverän; seine hauptsächliche Tätigkeit waren die Betreuung und das Training unserer Opti-Kinder auf der Alster, die Mitarbeit in der Organisation des Trainings, Bootstransporte mit dem Vereinsbus, die Pflege und Reparatur der Optis und Jollen. Last not least ist er auch in der Internet-Gruppe aktiv.  Von Beginn an identifizierte sich Marc mit dem Club, übernahm gern Verantwortung und ist für unsere Trainer zum unverzichtbaren Partner geworden. Wir freuen uns sehr, dass Marc auch über die Zeit seines FSJ hinaus für uns im Trainingsbetrieb weiter zur Verfügung steht.

Vielen Dank, Marc, für deine bisherige Arbeit.

 

Ohne dem Bericht über unsere Finanzen vorgreifen zu wollen, so ist es doch kein Geheimnis, dass die Aufwendungen für die Jugendarbeit einen beträchtlichen Teil unseres Etats in Anspruch nehmen. Zu Beginn sprach ich über den guten Zustand unserer Vereinsboote. Dennoch sind einige unserer Optis in die Jahre gekommen und müssen ersetzt werden. Wenn also nachher die Sammelbüchsen herumgehen, so ist Ihre Spende gerade hierfür gedacht.

Bitte seien Sie großzügig!

 

Fast am Ende meines Berichtes gilt der Dank den Kolleginnen und Kollegen im Vorstand, den Obleuten, den Beiräten und dem Ältestenrat, den Trainern und natürlich allen freiwilligen Helfern. Ihr habt wieder einen großartigen Job gemacht! Da sind - nur - zwei Sätze des Dankes eurer Leistung sicherlich nicht angemessen. Jedoch, bei knapp 100 ehrenamtlichen Aktiven reicht aber leider die Zeit nicht für mehr...

100 Aktive? Auch das ist der Spitzenplatz in Hamburgs Seglerszene! Umso mehr freue ich mich, dass Ihr euch auch für dieses Jahr wieder zur Verfügung gestellt habt. Herzlichen Dank euch allen!

 

Ein besonderer Dank gilt der Leiterin unserer Geschäftsstelle Sabine Lyssewski. Vielen Dank Jule, dass du unsere Geschäftsstelle engagiert, zuverlässig und immer gut gelaunt geleitet hast.

 

Und wem verdanken wir, dass unserer Veranstaltungen immer bestens organisiert sind? Natürlich unserer Festlotsin Annemarie Stamp und ihrem Team! Applaus für den Festausschuss!

 

Wie also lautet mein Fazit des abgelaufenen Jahres? Die SVAOe ist weiterhin bestens aufgestellt!

Zum Ende meiner letztjährigen Ansprache habe ich die quasi-Präambel unserer Homepage zitiert (weil sie mir so gut gefällt) und ich möchte es wiederholen:

"Wir wollen eine Vereinigung sein, in der sich Segler und Motorbootfahrer, Junge und Alte, Frauen und Männer, Erfahrene und Anfänger miteinander wohlfühlen, sich achten und sich gegenseitig helfen, also eine dem Wassersport in bestem Sinne verpflichtete Gemeinschaft".

 

In diesem Sinne für die SVAOe zu arbeiten, das ist unsere Motivation.

Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit!

 

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