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Sommerurlaub in Helsinki

„Lord Jim“ machte nach dem Goldpokal Ferien in fernen Gewässern.

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1036 Lord Jim 5Die Planungen fingen Ende 2015 an, als wir erfuhren, dass der Goldpokal 2016 in Helsinki stattfinden sollte. Da haben wir, meine Frau Jule und ich, gleich gesagt, das ist super, dann segeln wir eine Woche Regatta mit unserem Sohn Jonas, und anschließend machen wir noch zwei Wochen Urlaub in den Westschären von Helsinki.
Die erste wahnsinnige Idee war, die 600 sm von Kiel nach Helsinki zu segeln und zurück zu trailern. aber durch das recht günstige Angebot, mit der Fähre von Travemünde nach Helsinki und zurück zu fahren, waren alle Gedanken beim Segeln in Finnland und nicht durch die Ostsee zu pflügen. (Anmerkung: Das Hamburger Folkeboot „Beluga“ (GER 1020), Eigner Nils Hansen, ist auf eigenem Kiel einmal Ostsee Rund einschließlich Goldpokal gesegelt. Es geht also schon.)
Am Freitag, dem 22. Juli 2016, ging es morgens gegen 03:00 Uhr mit der Fähre Richtung Helsinki. Norbert Schlöbohm fuhr unser Gespann, denn ich durfte zu der Zeit nicht Auto fahren, und Jule hat sich das Fahren nicht ganz zugetraut. Danke, Norbert, für deine Fahrdienste. In Travemünde trafen wir noch weitere Folkeboote, die „Daphne“ (GER 774) von Peter Hosie und die „Positiv“ (GER 731) von Stefan Rosehr.
Am Sonntagmorgen um 09:00 Uhr nach dem Frühstück sind wir vom Anleger in Helsinki Richtung Westen zur Halbinsel Lauttasaari zum veranstaltenden Segelclub HSK gefahren, den wir dank Peter Hosies funktionierendem Navi-Gerät dann auch fanden.
Hier wurden wir herzlich empfangen, so dass wir zur Mittagszeit schon mit „Lord Jim“ im Wasser waren. Nachmittags kam unser Sohn aus Kopenhagen von der ORC-WM mit der „HEAT“ eingeflogen, und wir konnten entsprechend in die Trimmvorbereitung übergehen. Das Schiff wurde leergeräumt und alles in die Ferienwohnung in der Nähe des HSK transportiert. Am Montag war ein Trimmschlag vorgesehen, bei dem wir noch einige Optimierungen vornehmen konnten und das Revier kennen lernten. Bei den z.T. flauen Winden mit 1-2 Bft. und sehr kleinen Patscherwellen haben wir „Rollwenden“ geübt, damit wir so wenig Fahrt wie möglich beim Wenden verlieren.
Das Regattagebiet lag ca. sechs Seemeilen außerhalb des Segelclubs und zwischen zwei wichtigen Fährlinien. Die westliche Linie war der Dauerbetrieb Tallin-Helsinki-Tallin. Diese Fähren führten jedes Mal beim Einlaufen nach Helsinki direkt vor dem Segelclub ein Wendemanöver durch. Das war natürlich für uns nicht optimal.
Der Helsingfors Segel Klub von 1899 hatte mit 66 Folkebooten ein sehr gutes Meldeergebnis. Am Start waren 25x FIN, 13x GER, 10x EST, 9x SWE, 7x DEN, 1x GBR und 1x USA.
Am Dienstag dem 26.07.2016 fingen die Goldpokalregatten mit der ersten Wettfahrt an. Wir hatten supergute Bedingungen mit einem Sommerwetter bei Winden von 1-4 Bft. Bis Sonnabend konnten wir sieben Wettfahrten segeln, wobei wir durch den langen Anfahrts- und Rückweg ins Regattagebiet teilweise bis zu 11 Stunden auf dem Wasser waren. In den sechs Segeltagen sind wir dabei auf ca. 100 sm gekommen.
In der Endabrechnung am Sonnabend sind wir auf dem 29. Platz von 66 Folkebooten gelandet und waren drittschnellstes Holz-Folkeboot. Goldpokal-Gewinner wurde der Däne Per Jörgensen mit DEN 55.
Vielen Dank an den HSK und seine Helfer, die einen sehr schönen Goldpokal organisiert haben. Es gab jeden Tag Einlaufbier, gegrillte Würstchen und die typische finnische Sauna. Der größte Mülleimer in der Sauna war für die leeren Bierdosen vorgesehen, und der war jeden Tag nach dem Rennen voll.
Am Sonntag stauten wir unsere Sachen wieder an Bord. Die Wohnung wurde aufgeräumt und abgegeben, danach war noch Zeit für eine Stadtbesichtigung in Helsinki.
Endlich am Montag fing die große Entspannung an: Jeden Tag etwas segeln, ankern an den Schären, kleine Orte besuchen, wandern auf den Schären und schönes, selbst gemachtes Essen mit gutem Rotwein genießen.
1036 Lord Jim 6Wir sind westwärts erst einmal gegen den Wind gesegelt und konnten in den Schären bei Sommerwetter in kurzer Hose schön kreuzen oder hoch am Wind segeln. Entspannung pur.
Den westlichsten Punkt, die Stadt Hanko (ca. 95 sm westlich von Helsinki), haben wir zusammen mit dem Folkeboot „Beluga“ und einer ihrer vier Rückführungs-Mannschaften erreicht.
Hanko ist eine kleine, gemütliche Stadt mit einem sehr großen Hafen. Das Einkaufen war super und auch das Essengehen direkt an der Hafenmeile war mehr als nett. Den nächsten Tag sind wir dann allein wieder ostwärts vor dem Wind gesegelt. Mit Spinnaker ging es in den Schären nicht so gut, weil die Fahrwasser recht eng sind. Außerdem war am Wochenende ein großes Motorboottreffen, was wir schon aus der Ferne hörten, da alle kleinen und großen und lauten Motorboote Richtung Hanko gebrettert sind. In Finnland gibt es keine Führerscheinpflicht, so dass einige Motorboote sehr knapp an uns vorbei gedonnert sind, obwohl Platz vorhanden war.
Empfehlenswert sind sehr viele Schären, aber drei möchten wir gerne hervorheben:
Die Festungsinsel vor Helsinki mit einem schönen Yachthafen und einem Zentrum für klassische Yachten. Auf einer Werft lagen mindestens fünf Folkeboote, aber leider in einem sehr schlechten Zustand. Auch gibt es hier noch ein sehr altes aber funktionierendes Trockendock.
Elliasaari ist ein schöner, versteckter Hafen, den wir erst nach ca. zwei sm Fahrt durch das Schilf erreichten. Hier können auch große Schiffe bis 2 m Tiefgang festmachen. Am Wochenende fand ein sehr schöner Live Bluesabend im dortigen Café statt.
Jussarö ist eine alte Bergbauinsel, auf der bis in die 60er Jahre noch Erz abgebaut wurde. Hier gibt es einen sonst seltenen schwarzen Strand. Es ist eine sehenswerte Insel mit einer interessanten Geschichte. Die Ruinen der Bergbaustätte stehen dort mitten im Wald.
Nach einer Woche Regatta und zwei Wochen Urlaub ging „Lord Jim“ beim Segelclub HSK wieder auf den Trailer und mit Finnlines von Helsinki nach Travemünde zurück. Von Travemünde sind wir direkt nach Laboe zur German Classic getrailert. Aber das ist ein anderes Kapitel.
Thomas Lyssewski, „Lord Jim“ F GER 316

 

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